Frankreichs Einwanderungspolitik und die Präsidentschaftswahlen 2017

In der Vielfachkrise aus Wirtschaftsproblemen, Terrorgefahr sowie Werte- und Identitätskonflikten zeigt sich Frankreich auch hinsichtlich seines Selbstverständnisses als Einwanderungsland tief verunsichert. Entsprechend kontrovers gestaltet sich die aktuelle Debatte über Flucht und Migration. Das zeigt sich auch an den Positionen von Marine Le Pen und Emmanuel Macron, die am 7. Mai als Kandidaten in die Stichwahl um das Präsidentenamt gehen. 

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Von den 227.500 Menschen, die 2016 einen Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung stellten, kam der weitaus größte Teil – 88.000 – aus familiären Gründen nach Frankreich. Wie der internationale Migrationsindex MIPEX vermerkt, ist in Frankreich der Familiennachzug in jüngerer Zeit zunehmend restriktiv gehandhabt worden. Im europäischen Vergleich ist er gerade für Nicht-EU-Bürger besonders schwierig und setzt u.a. den Nachweis eines zum Lebensunterhalt ausreichenden Einkommens voraus. Schon seit 2007 müssen zudem alle, die erstmals nach Frankreich kommen, einen Integrationsvertrag (CAI) unterzeichnen, der sie zum Respekt der Werte der Republik verpflichtet. Mit der Reform vom 7.3.2016 wurde dieser nun erweitert zum "republikanischen Integrationsvertrag" (CRI). Dieser sieht über fünf Jahre bestimmte Integrationsschritte vor, darunter den Besuch von Sprach- und Staatsbürgerkunde-Kursen. 

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