Dem Recht auf Familienleben Nachachtung verschaffen

Abstract

Mit rigiden Regeln beim Familiennachzug verwehrt die Schweiz vielen Menschen das Recht, ihre Angehörigen in die Schweiz zu holen und ein Familienleben zu pflegen. Selbst Schweizerinnen und Schweizer mit Familienmitgliedern von ausserhalb der EU sind beim Familiennachzug schlechter gestellt als EU-Bürgerinnen und -bürger. Nahezu verunmöglicht wird der Nachzug der engsten Familie jedoch für Menschen mit einer Aufenthaltsbewilligung oder für Vorläufige Aufgenommene: Die strengen wirtschaftlichen Kriterien und Wartezeiten sind nicht zu erfüllen. Caritas fordert, dass die im Ausländerrecht verankerten Benachteiligungen abgeschafft werden. Finanzielle Voraussetzungen sollen für diejenigen, die eine Arbeitsstelle haben oder sich darum bemühen, kein Kriterium sein, um ein gemeinsames Familienleben in der Schweiz zu verhindern. Für Vorläufig Aufgenommene müssen sowohl die besonderen Wartezeiten als auch die Nachzugskriterien ganz aufgehoben werden. Stattdessen braucht es für sie Qualifizierungsangebote, um ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern. Mehr Verantwortung für die Familienzusammenführungen muss die Schweiz vor allem auch im Asylund Flüchtlingsbereich übernehmen. In Fällen, wo Familien auseinandergerissen werden oder wo Kinderflüchtlinge allein unterwegs sind, soll die Schweiz aus humanitären Gründen auf ein Asylgesuch eintreten und humanitäre Visa für Angehörige ausstellen.

MIPEX in use

(...) Allgemein jedoch gilt die Schweiz in der Umsetzung des Rechts auf Familienleben als sehr harsch. Dies zeigt auch der Migrant Integration Policy Index MIPEX III. Dieser Index vergleicht anhand von 167 Indikatoren die Integrationspolitik von EU- und EFTA-Ländern sowie von Australien, Kanada, Japan, Südkorea, Neuseeland, der Türkei und den USA. Beim Familiennachzug landet die Schweiz von 31 bewerteten Ländern auf Platz 28.

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